Seite über Thomas

Leben ohne EDV

Am 16. Oktober 1960 erblickte ich in Wuppertal das Licht der damals noch nicht vernetzten Welt. Nach diversen schulischen Ausbildungen habe ich eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann mit Erfolg abgeschlossen. 1980 folgte ich dem Ruf der Bundeswehr, und da ich von meinem Lehrbetrieb nicht übernommen werden konnte, habe ich mich spontan erst mal für 2 Jahre verpflichtet. Der Einsatzort lag in dem wunderschönen Städtchen Plön, das liegt in der „Holsteinischen Schweiz" zwischen Kiel und Lübeck. Die Bundeswehr hatte Gefallen an mir und wollte mich unbedingt weiterverpfichten. Aber bitteschön nicht 560 km von meiner Heimat. Also habe ich ein bisschen nachgeholfen, und schwupp war ich in Hilden, 6 km von zu Hause, natürlich Heimschläfer. Die Bedingung waren weitere 2 Jahre Bundeswehr.

Leben mit EDV

Inzwischen hatte ich mir den sagenhaften Commodore VC20 für unglaublich günstige 750,- DM im Set mit Monitor und Datasette zugelegt. Diese kleine Kiste hat mein weiteres Leben entschieden verändert. Ich erkannte schnell das Potential und die Möglichkeiten der elektronischen Datenverarbeitung und entschloss mich, diesen Berufsweg einzuschlagen. Das letzte halbe Jahr beim Bund habe ich in der Abendschule die Grundlagen der EDV erlernt. Nach der Bundeswehr habe ich ein halbes Jahr Ausbildung zum „Anwendungssoftwareprogrammierer" bei Siemens in Essen genossen.
Inzwischen war ich privat bei einem C64 gelandet und stand dicht davor, mir einen original IBM-XT zu beschaffen, was leider aus finanziellen Gründen nicht funktionierte. Damals (1983) kostete ein PC noch die Kleinigkeit von ca. 7.500 DM !!! Unmittelbar im Anschluss an diese Ausbildung konnte ich bei Rhode & Schwarz in Köln das Erlernte in die Praxis umsetzen. Dort wurde auf Siemens BS2000-Rechnern kaufmännische Anwendungen in COBOL programmiert. Gewürzt wurde das Ganze mit den Siemens Softwareprodukten UTM, Leasy und IS-Amor.
Inzwischen war ich stolzer Besitzer eines IBM-AT kompatiblen PC. 1992 bin ich nach Gold-Zack in Mettmann als Organisationsprogrammierer gewechselt. Dort gab es mehrere Tochterunternehmen im Rechnerverbund. Wieder waren es Siemens Rechner (H60) und Cobol. Die eingesetzte Software stammte aus dem Hause Eichenauer Computer Beratungs GmbH.
Seit 1996 bin ich bei der spirella GmbH in Düren als EDV-Leiter beschäftigt. Hier wurde es so richtig spannend. Anfangs gab es einen Siemens Rechner C40 mit ca. 40 Arbeitsplätzen, nur vereinzelt PCs, und mit mir 2 Angestellten in der EDV-Abteilung. Das erste Großprojekt war eine Umstellung auf eine C80. Dabei wurden die ersten Versuche gemacht, 2 PCs mit Coax zu verbinden, und per Emulation Zugang zur C80 zu ermöglichen.
Das nächste Großprojekt kam ca. 2 Jahre später: Umstellung auf eine SR2000, Ablösung aller Terminals durch PCs, strukturierte Verkabelung, PC-Netzwerk mit 40 Clients unter Windows NT, neue Telefonanlage, und die Jahr-2000-Umstellung. Diese Projekte haben wir in der Rekordzeit von 9 Monaten erfolgreich zu Ende geführt.
Zur Zeit (Dezember 2000) bewältigen wir die Umstellung auf EURO und ein Redesign unseres NT-Netzwerkes.
Mittlerweile sind wir bei 4 Servern, 65 Clients, und 3 Mitarbeitern in der EDV angelangt. Außerdem bilden wir seit Oktober 2000 einen Fachinformatiker Fachrichtung Anwendungsentwicklung aus.

Privat sitzen wir (meine Frau Tina und ich) zur Zeit oft abends im Keller, wenn unsere Alina im Bett ist, und arbeiten an unseren PCs, welche selbstverständlich vernetzt sind.